10.10.2020 | 19:00 Uhr | Rangkino | FSK: 0

Rangkino

Eisenhüttenstadt im Film: Auftakt

Eisenzeit

Dokumentarfilm (1991)

anschließend Podiumsgespräch
mit Regisseur und Drehbuchautor
Thomas Heise und Ben Kaden


Zum Auftakt der Filmreihe Eisenhüttenstadt im Film zeigen wir den Dokumentarfilm Eisenzeit, den Thomas Heise 1991 in Eisenhüttenstadt gedreht hat.

Mario, Tilo, Karsten und Frank, wurden um die Zeit des Mauerbaus geboren, in sogenannten normalen Elternhäusern. Ihr Geburtsort Stalinstadt erhielt den Namen Eisenhüttenstadt. 1981 beginnt Heise einen Dokumentarfilm über die Jugendlichen zu machen. Das Projekt wird vom Ministerium des Innern abgebrochen. 10 Jahre später nimmt der Filmemacher das Projekt wieder auf spürt den Geschichten seiner Helden, deren Angehörigen und Freundinnen nach und fragt, was die Zeit der Wende aus ihnen gemacht hat. Zwei seiner Filmhelden haben sich in der Zwischenzeit aufgehängt, einer lebt am Rande der Droge, einer kommt gut aus.

Ist das ein Film über Eisenhüttenstadt? Über die DDR oder die Wende?
An was leiden die Menschen in diesem Film?

Ben Kaden diskutiert mit Thomas Heise und dem Publikum über Wendeerfahrungen
in Eisenhüttenstadt.

Thomas Heise, geboren 1955 als Sohn des Philosophieprofessors Wolfgang Heise und der Germanistin Rosemarie Heise, ist seit 1982 als Dokumentarfilmer, Autor und Theaterregisseur aktiv. Seine ersten Filme gelangten in der DDR jedoch nicht zur Aufführung. Erst nach der Wende wurden diese frühen Werke bekannt. Es entstanden neue, zum Teil viel diskutierte Arbeiten wie „Stau – Jetzt geht's los“ (1992) über die rechtsradikale Jugendszene in Halle an der Saale. Zwischenzeitlich inszenierte Heise auch am Berliner Ensemble (1993 bis 1998). Zuletzt erschienen von ihm die Filme „Städtebewohner“ (2014), ein Alltagsporträt junger Gefängnisinsassen in Mexico City. Und „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ (2019), ein Mammutwerk, in dem er den Blick auf die eigene Familie und damit auch auf 100 Jahre deutscher Geschichte richtet. 2019 wurde er dafür mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Thomas Heise ist Professor für Kunst und Film an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Ben Kaden hauptberuflich Bibliothekswissenschaftler. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in Eisenhüttenstadt und musste regelmäßig feststellen, dass ihn diese Jahre und die Stadt mehr prägten, als ihm lange bewusst und vielleicht auch lieb war. Aus der Distanz entwickelte er verschiedene Ansätze, sich mit diesem Phänomen reflexiv und performativ auseinanderzusetzen. Von 2006 bis circa 2011 bloggte er regelmäßig im Eisenhüttenstadt-Blog. Seit einiger Zeit erweitert er seine Perspektive auf visuelle Aspekte der Erinnerungskultur, besonders verdichtet auf das Medium der Ansichtskarte. Zuletzt erschien von ihm die Publikation „Karten zur Ostmoderne“ (Leipzig: Sphere, 2020).



Eintritt:
8,00 €,  erm. 7,20 €

Tickets sind jeweils 1 Stunde vor Filmbeginn
an der Kinokasse erhältlich (Barkauf).